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  • AutorenbildMarkus Sommer

Chromat-Alarm - Teil 1

Die Redaktion meldet sich aus der Sommerpause zurück - mit einer Fülle von Nachrichten rund um das Chromat Desaster, denn es brodelt an allen Ecken, sowohl in der Industrie, als auch bei den Behörden.


Lesen Sie hier Teil 1 unserer Reportage "Chromat-Alarm", Teil 2 und 3 erscheinen innerhalb der nächsten zwei Wochen.


In einem der letzten Blog-Artikel berichteten wir von der "Fachinformation - Mögliche Chrom(VI)-Exposition durch den Kontakt chromlegierter Stähle mit alkali- und erdalkalimetallhaltigen Materialien" der deutschen Berufsgenossenschaft BG ETEM. Zum Artikel gelangen Sie hier.


Sucht man diesen Artikel bei der Berufsgenossenschaft auf der Webseite, wird man erwartungsgemäß nicht fündig.


Vielleicht ziert man sich noch ein wenig, oder man rechnet auch gerade hoch, wieviel Unfallrenten fällig werden könnten, wenn die Mitglieder merken, dass sich das "Brot- und Butter-Produkt" vieler Genossenschaftsmitglieder als gesundheitsschädlich, weil krebserregend und umweltgiftig herausstellt.


Die Fachinformation endet eigentlich vielversprechend mit dem Satz


"In den folgenden Monaten werden weitere Messungen während Revisionen folgen, um die vorliegenden Ergebnisse zu verifizieren. Dies erfolgt mit dem Ziel, die Problematik umfangreich zu analysieren und die davon ausgehende Gefährdung sowie deren Umfang weiter präzisieren zu können.


Die Messungen werden unter realistischen Arbeitsplatzbedingungen vom Messtechnischen Dienst der BG ETEM, der BG BAU und einigen Ländermessstellen durchgeführt. Für die Durchführung der Untersuchungen und Messungen werden weiterhin Unternehmen gesucht, bei denen die Problematik auftreten kann oder die bereits sichtbare Ablagerungen registriert haben."


und unsere Redaktion berichtet regelmäßig an die BG ETEM, allerdings gab es bislang keine Rückmeldung, geschweige denn einen Hinweis, dass die Berichte angekommen sind.


Aber Schweigen sind wir ja schon gewohnt.


Ganz anders reagiert der Fachverband Biogas e.V. in Freising, er informiert seine Verbandsmitglieder, die in Deutschland über 1.000 höchstwahrscheinlich chromatkontaminierte BHKW und KWK-Motoren betreiben, über die neuesten Erkenntnisse der BG ETEM auf seiner Webseite; zum Link gelangen Sie, wenn Sie auf das Bild klicken:



man kann davon ausgehen, dass weltweit zehntausende Gas- und Dampfturbinen und Gas- und Dieselmotoren mit Chromaten kontaminiert sind und von denen somit eine massive Gesundheitsgefährdung und chronische Umweltbelastung ausgeht!

A propos BHKW-Motoren:


Einer der weltweit größten Gasmotorenhersteller mit Sitz in Tirol, Österreich hat vor kurzem eine sog. "Technische Anweisung" herausgebracht.


Hier heißt es unter anderem zu "gebrauchtem Isoliermaterial":



Innio Jenbacher Personenschäden bei Arbeiten mit gebrauchtem Isoliermaterial Chrom (VI)
Personenschäden bei Arbeiten mit gebrauchtem Isoliermaterial Chrom (VI)

Die Bildung von Calciumchromat (CaCrO4) wird exakt beschrieben:


Innio Jenbacher Calciumchromat-Entstehung bei Isolierungen
Calciumchromat-Entstehung bei Isolierungen (Herstellerhinweis)

Wie falsch und anwendertäuschend allerdings der Hinweis auf "sehr geringe Konzentrationen" ist, konnten wir einige Tage später auf einer Baustelle selbst feststellen:


Gasmotor Chrom (VI)-Verbindung, Calciumchromat durch Isolierung
Gasmotor Chrom (VI)-Verbindung, Calciumchromat durch Isolierung

Bereits beim ersten demontierten Teil wurden wir fündig!


Zur Erinnerung:


die maximale zulässige Luftbelastung mit Chrom (VI)-Verbindungen am Arbeitsplatz liegt zum Beispiel in Deutschland nur bei einem Mikrogramm pro Kubikmeter Raumluft, also einem Millionstel Gramm.


Machen Sie sich selbst ein Bild, wieviel Millionstel Gramm der krebserregenden und umweltschädlichen Substanz (Chrom (VI)-Verbindung Calciumchromat) nur durch die Demontage von nur einem gebrauchten (calciumhaltigen) Isolierelement verwirbelt werden können.


Übrigens:


Die Anlage steht in einem Abfüllzentrum für Trinkwasserflaschen und wird von einem der größten Lebensmittelkonzerne der Welt betrieben. Das Wasser steht auch bei Ihnen im Supermarktregal!


Das Originaldokument des Motorenherstellers liegt uns in deutscher und englischer Sprache vor und kann gerne eingesehen werden.
Es ist aber wie üblich aufgrund seiner Brisanz mit so vielen Einschränkungen belegt, dass eine einfache Veröffentlichung hier aus rechtlichen Gründen leider nicht möglich ist.
Die "Technische Anweisung" ist auch nicht auf der öffentlichen Unternehmensseite verfügbar, sie kann nur von ausgewählten Nutzern über das konzerneigene Intranet eingesehen werden und darf nicht weitergegeben werden!

Vorschau: "Chromat-Alarm, Teil 2" erscheint in wenigen Tagen.



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Bleiben Sie gesund,


Ihre harmfuldust-Redaktion


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